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Antiquariat Gerber, Basel


Wie kam das Antiquariat in Dein Leben?

Nach Beendigung meiner Lehre als Fotograf (1968) hatte ich sehr bald eine Anstellung als Fotoreporter bei einem grossen Schweizerverlag. Das war verbunden mit einem tollen Auto mit Funktelefon, (1968!), mit einem ansehnlichen Honorar und mit Reisen mit einer feinen Spesenvergütung. Das war eigentlich (m)ein Traumberuf! Der machte mir auch einige Jahre grossen Spass.


Susen und Waldemar Gerber - mitten im Leben

Den Beruf des Antiquar fand ich damals eher langweilig. Ich kannte ihn ja. Meine Mutter gründete 1956 das Antiquariat Gerber. Das ging mir – vor allem in der Anfangsphase – alles zu langsam, zu gemächlich. Da musste man ja nie morgens um 3 Uhr mit Vollgas zur nächsten Katastrophe rasen.
Das änderte sich Mitte der 70er Jahre rasch. Meine Mutter eröffnete das zweite Ladengeschäft, die Arbeit wuchs rasant, kurz, meine Mutter erklärte sich „überfordert“ und wollte Unterstützung. Da ich die Hektik des Reporters jetzt zur Genüge kannte, war da ein Wechsel ins Geschäft meiner Mutter eine gute Alternative. Also ein neuer Antiquar wurde „geboren“.

Wie ging es weiter?

Wir haben seit dem Boom der Helvetica-Ansichten, der ebenfalls Mitte der 70er Jahre einsetzte, ein gemischter Antiquariats- und Galeriebetrieb.

Sind Dir auch einmal Möbel angeboten worden?

Der Look der Geschäfte war klar: die haben Bilder, Bücher und Grafik. So wurden wir eigentlich vom Angebot an Halbwellenschränken und Biedermeier-Kommoden verschont.

Welches Buch würdest Du ungern verkaufen?

Im Moment ein wunderschönes, seltenes Pferdebuch „Det Kongelige Stutteri“, von Gebauer 1822, mit prachtvollen, grossformatigen altkolorierten Lithografien.


Und welches Buch wolltest Du gerne wieder haben?

Die „Klänge“ von Kandinsky. Ich liebe es, weil es schlicht eines der bedeutendsten und schönsten Bücher des Expressionismus ist.

Wie siehst Du die Zukunft Deines Berufs?

Ist jetzt für mich – nächstes Jahr gehe ich in Rente - etwas in den Hintergrund getreten. Wir realisieren aber schon seit Jahren eine merkbare Zurückhaltung. Ich würde sehr ungerne jetzt neu anfangen müssen. Ich glaube, daß Spezialisten mit hochwertigem Angebot die besten Chancen haben. Das „normale“ allgemeine Antiquariat wurde von ZVAB und Konsorten leider kaputt gemacht. Das kontinuierliche Runterschaukeln der Preise durch selbsternannte Heimantiquariate ohne Fixkosten machte an sich verkäufliche Bücher zu Altpapier.

Wie sieht Dein Leben jenseits des Buches aus?

Das ist eigentlich durch zwei Hobbys ausgelastet: Hauptsächlich ausführliches Oldtimer pflegen, verbunden mit vielen Ausfahrten, Reisen und Rallys.

 Und im Sommer treibe ich am Lago Maggiore viel Wassersport!


Waldemar Gerber beim Wassersport


Antiquariat Gerber AG

Schneidergasse 18
CH-4001 Basel
Tel.: +41 61 261 17 73
E-Mail: mail@gerbergallery.ch
www.gerbergallery.ch

Allgemeines Antiquariat - Grafik - Helvetica
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