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Antiquariat Bernhard Volkert, Traunstein


Wie kamst Du zum Antiquariat?

Bücher wurden bei uns zu Hause hoch geschätzt, und in der häuslichen Bibliothek fanden sich viele alte Bücher, teils aus Familienbesitz, teils auch im Laufe der Zeit antiquarisch hinzuerworbene. So kam ich früh in Kontakt mit Büchern und zur Kenntnis des Antiquariatsbuchhandels. In meinem späteren Studium in Freiburg – u.a. Philosophie, Deutsche Literatur und Lateinische Philologie – kam ich bei dessen Vertiefung ohne alte Bücher und Texte nicht aus. So pendelte ich zwischen Universität und Antiquariaten. Durch glückliche Umstände konnte ich in dem damals schönsten und wohl bestsortierten Antiquariat, im Antiquariat Peter Uhl – dort schon länger als Kunde bekannt – Mitarbeiter werden; Neigung und Notwendigkeit fanden eine ideale Verbindung. Immer wichtig blieb mir aber der Inhalt der Bücher, und so machte ich mich während der Tätigkeit im Antiquariat und neben meinem Studium in meinem Interessenbereich der Philosophie und philosophischen Literatur als Antiquar selbstständig. So hatte ich nach Abschluß des Studiums bereits einen Beruf – war nicht ein Traumberuf, aber es ist einer!


Mit (Teil-)Familie beim täglichen Spaziergang

Welches Buch würdest Du lieber behalten statt verkaufen?

Gerne verkaufe ich nur Doubletten ...

Im Ernst: in meinem Spezialgebiet fällt es mir tatsächlich oft schwer, mich von einzelnen Stücken zu trennen – wobei ich z.B. eine Kant Erstausgabe lieber verkaufe als irgendeine Broschüre eines wenig bekannten Autors – denn erstere bekomme ich leichter wieder.

So einige – spontan fallen mir z.B. ein die seltene erste Ausgabe von Cudworths ‚The True Intellectual System of the Universe’ (1678), Hobbes’ ‚Leviathan’ in der ersten deutschen Übersetzung (erst 1794) oder Humes ‚Untersuchungen über den menschlichen Verstand’ oder Herders ‚Abhandlung über den Ursprung der Sprache’ (1772), oder ... oder


Meine 4. Lieblingsbeschäftigung

 Canis alpeniensis niger


Blick ins Ladengeschäft

Wie siehst Du die Zukunft Deines Berufes

Natürlich ist die sehr problematische Entwicklung im Antiquariatsbuchhandel – Überangebot auf der einen, schwindendes Interesse auf der anderen Seite – nicht zu leugnen und sicherlich auch bedrohlich. Aber ganz so pessimistisch wie manch ein Kollege sehe ich nicht in die Zukunft. Das Antiquariat ist uralt und wird noch wesentlich älter – es wird bestehen bleiben. Allerdings wird es wohl langsam wieder zu dem, was es war: eine Anlaufstelle für die ausgefallenen Interessen einer verschwindenden Minderheit. Diese Interessen sollte der Antiquar teilen – andernfalls besser mit Produkten handeln, die die Mehrheit für notwendig hält. Stichwort Handel: der Antiquar ist zu sehr Händler geworden, zu sehr Rechnender – auf Kosten einer notwendigen Bibliophilie und Überzeugung, „Werte“ zu besitzen und weitergeben zu können. Wirtschaftlich oder lohnend in dem heutigen Sinne, wo Werte in Geld umgerechnet werden (und dies allmählich zur Bedingung der Möglichkeit einer Wertsetzung wird) war das Antiquariat nicht und wird es nicht sein (der Boom in den 80 / 90er Jahren und die anfängliche Geldmaschine Internet darf darüber nicht hinwegtäuschen). Wer Bücher als Ware durchschleust mit Gewinnoptimierung, begibt sich in gefährliche  und unerfreuliche Abhängigkeiten und kann nur noch reagieren.

Kurz und pathetisch: Wir müssen den Büchern wieder Wert verleihen – d.h. ihnen ihren Wert zurückgeben. Und diese Werte vermitteln.

Was machst Du, wenn Du gerade mal kein Buch in der Hand hast?

Gibt es etwas Schöneres, irgendeine Alternative, als unterwegs zu sein, zu schauen, zu spüren, die Weite und Erhabenheit in sich einzuziehen, sich in ihr verlieren? – d.h. ich bin unterwegs in den Bergen, in den Ostalpen, im Winter mit Schiern steigend, im Sommer zu Fuß gehend, laufend, kraxelnd und kletternd. Meist allein oder gemäßigter mit Hund – der sich gemsenhaft bewegt – oder, wie die Bilder zeigen mit (Antiquars-) Freunden.

Und natürlich gerne eine Pfeife rauchen und ein Glas Wein trinken – aber das geht ja nebenbei ... und selten im Singular.

 


Frieder und Daniel: Von Südspitze zu Mittelspitze (2713m ü.M.)


Rocco im Fels: Im wilden Kaiser


Watzmann mit Frieder


Hochkalter mit Frieder


Antiquariat Bernhard Volkert

St.Oswald-Str. 25
83278 Traunstein
E-Mail: Anti.Volkert@t-online.de 

Philosophie - Seltene Werke aus allen Gebieten

Ladengeschäft:
Antiquariat im Heimathaus
Stadtplatz 2
83278 Traunstein