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Antiquariat Contor, Ihringen
Rolf Peter Altenpohl


War es Ihr Lebenstraum, Antiquar zu werden?

Die ersten antiquarischen Bücher kaufte ich noch während des Studiums (Germanistik und Romanistik bei Hugo Friedrich) zusammen mit Heribert Tenschert. Damals gab es in Freiburg gerade mal ein Antiquariat! Von da an hatte ich Blut geleckt. Nach dem zweiten Staatsexamen verschlug es mich freilich – zunächst contre coeur, zunehmend aber auch aus Überzeugung – in den Brotberuf des Lehrers. Dabei kam mir die Liebe zur Literatur und zum schönen Buch durchaus zustatten, gelang es mir doch, ganze Generationen zum Lesen zu verführen. Der Wunschberuf des Antiquars blieb im Hinterkopf fest verankert. 1983 besorgte ich mir deshalb einen Gewerbeschein für das Antiquariat Contor. Heute – in Rente – bin ich froh, dieses zweite Standbein zu haben.

Was bedeutet für Sie der Beruf des Antiquars?

Eine ständige Herausforderung, ein fortdauerndes Erweitern meines Horizontes und nicht zuletzt ein haptisches Vergnügen.

Was sagen Sie, wenn Sie jemand nach Ihrem Beruf fragt?

Meistenteils – zumindest auf dem Lande – muss man erklären, dass man es mit Büchern und nicht mit Antiquitäten zu tun hat.

An welches Buch haben Sie eine besondere Erinnerung?

In den siebziger Jahren fragte ich in einem Antiquariat in Basel nach Erstausgaben von Robert Walser. Die Kollegin meinte, Sie habe zuhause noch ein Exemplar des „Gehülfen“, das ihr Robert Walser selbst geschenkt habe.
Bei meinem nächsten Besuch wechselte das Buch zu einem höchst moderaten Preis den Besitzer. Es ist bis heute das Buch, zu dem ich den größten affektiven Bezug habe.

Welches Buch würden Sie lieber behalten statt verkaufen?

Damit habe ich insofern kein Problem, als ich die private Sammlung streng getrennt halte vom Warenbestand.

Wird in zwanzig Jahren noch jemand nach Büchern fragen?

Da bin ich recht zuversichtlich. Schöne und qualitativ hochwertige Bücher werden auch in Zukunft einen Markt haben.

Was machen Sie, wenn Sie gerade mal kein Buch in der Hand haben?

„Ein Haus ohne Bücher ist wie ein Garten ohne Blumen.“ Damit ist die Frage fast schon beantwortet. Die Arbeit im Garten ist für mich der notwendige Ausgleich zum Bücherstaub.




Antiquariat Contor, Ihringen
Rolf Peter Altenpohl

Untere Dorfstraße 9, 79241 Ihringen
Tel. 07668 95 26 44  Fax. 07668 95 26 45
antiquariatcontor@web.de
www.antiquariat-contor.de